Schlagwort: Fotografie

  • Transformation in der Bildsprache

    Das Thema Nachhaltigkeit wird zu massiven ökonomischen, ökologischen und sozialen Veränderungen führen: Alle Branchen werden gleichermaßen davon betroffen sein und werden Verantwortung übernehmen müssen mit einer überzeugenden und modernen Bildsprache.

    • Wie sieht eine erfolgreiche und überzeugende Visualisierung aus?
    • Bildsprache und Inhalt: Was unterscheidet eine erfolgreiche, moderne, authentische und überzeugende Visualisierung für annähend alle nachhaltigen Themenbereiche von den herkömmlichen und bereits überholten Bildvorstellungen?

    Wir brauchen nachhaltige Visualisierungskonzepte für aktuelle Belange rund um das Thema Nachhaltigkeit mit neuen Strategien für eine zeitgemäße, schlüssige und emphatisch-überzeugende Bildsprache. 

    Dazu mehr in der Webinar-Reihe „Briefings für die Transformation“ unter WEBINARE oder auf Nachfrage.

  • Die Fotografie und die industrielle Revolution

    Die Fotografie und die industrielle Revolution

    Die Fotografie ist und war immer ein Wegbegleiter der industriellen Revolution, Mitgestalter/Gläubiger des technischen Fortschritts und Profiteur von der daraus entstanden technischen und automatisierten Entwicklungen: 
    Die Fotografie ist gleichermaßen Kritiker und Nutzniesser.

    Fossilierte Sonnenstrahlen (Auszüge aus dem Katalog „Mining photography“*)

    Als Nicéphore Niépce 1827 das älteste erhaltene fotografische Bild herstellte, hatte er zuvor zusammen mit seinem älteren Bruder Claude 10 Jahre lang an der Erfindung des ersten Verbrennungsmotors der Welt gearbeitet. Niépce war Ingenieur und Erfinder und ganz verhaftet im damaligen Zeitgeist von der Denkweise und Glaube an die technische und industrielle Revolution.

    Dieser Motor der Brüder Niépce nutzte als Brennstoff eine Mischung aus Kohle und Harz und in der Weiterentwicklung durch „weißes Erdöl“ bzw. Petroleum ersetzt. Damit gelang es den Brüdern immerhin ein 900 Kilo schweres Boot stromaufwärts zu bewegen.

    Einen kommerzieller Erfolg des Motors blieb aus diversen Gründen aus: Konstruktionsfehler, ein Mangel an finanziellen Mitteln und Claudes früher Tod.

    Dafür trug Niépce durch die Erfindung der Fotografie zum Erfolg des fossilen Kapitalismus und der Folgen bei. Die wesentliche Innovation und Durchbruch bestand im Einsatz von fossilen Brennstoffen: Durch den Einsatz von Bitumen von Judäa aus der Gegend am Toten Meer war Niépce in der Lage ein Bild auf einer Zinnplatte zu fixieren. Die erste Fotografie wurde somit in einen fossilen Brennstoff geätzt und fixiert. Niépce stand mit seinem wissenschaftlichen und unternehmerischen Interessen an Motoren und Bildern nicht allein da.

    In England experimentiere zur selben Zeit William Henry Fox Talbot mit Motoren und meldete weitere Patente für Motoren an. Derselbe William Henry Fox Talbot, der für seine bahnbrechende Erfindung des Kalotypieverfahrens im Jahr 1840 bekannt wurde (auf Papier beruhendes Negativ / Positiv-Verfahren zur unbegrenzten Herstellung gedruckten Positiven). Diese Patente mit dem Titel „Fortschritte bei der Erzeugung oder Gewinnung von Bewegungskraft“ beinhalteten verschiedene Formen zur Erzeugung von Kraft durch Einsatz von sogenannter „Kohlensäure“ – in der heutigen Zeit sprechen wir von Kohlendioxid.

    Der Philosoph Patrick Maynard hat angemerkt, dass die Fotografie, wenn man sie im technologischen Kontext ihrer Entwicklung betrachtet, sehr deutlich als eine Art Motor begriffen werden könnte: ein „Motor der Visualisierung“, keine bloß passive Form objektiver Darstellung, sondern eine Maschine, die unsere Umwelt veränderte, genau wie die Dampfmaschine.* 

    Fossile Energien und Fotografie waren also von ihren Anfängen an eng verbunden, sie entwickelten sich in enger Nachbarschaft und Bezugnahme.

    Talbot selbst investierte in Silberminen, außerdem war er beteiligt an der Entwicklung von Druckprozessen, die Gelatine auf tierischer Basis einsetzten. Eben in dieser Zeit begann das fossile Kapital, die Natur zu verändern, indem es der Atmosphäre immer mehr Kohlendioxid zuführte.

    In der Konsequenz ist die fotografische Industrie mitverantwortlich an dem Raubbau der Natur.  

    Mehr Details zur Grundlage des fotografischen Bildes: Edelmetall Silber

    Abbildung: © “Silver Mining Boom Town, 1879” by Thiophene_Guy is licensed under CC BY-NC-SA 2.0

    *Boaz Levin, Esther Ruelfs, Tulga Beyerle: „Mining Photography, Der Ökologischer Fussabdruck der Bildproduktion“; erschienen bei Spector Books, 2022, ISBN 978-3-95905-632-8

  • Daguerreotypie

    Daguerreotypie

    Die Daguerreotypie war das erste kommerziell nutzbare Fotografie-Verfahren im 19. Jahrhundert. Sie ist nach dem französischen Maler Louis Daguerre benannt, der zusammen mit Nicéphore Niépce das Verfahren seit 1829 entwickelte und schließlich 1839 veröffentlichte: Mit Hilfe versilberter Kupferplatten werden fotografischer Bilder fixiert. Kupfer mit stabilisierenden Eigenschaften machte die Silberplatten als Bildträger ökonomisch erschwinglich. Versilberte Kupferbleche waren in dieser Zeit zudem eine weitverbreitete Rohware zur Herstellung aller Art von silbernen Haushaltsgegenständen wie Tabletts und Kerzenleuchter.
    Die Rechte an dem Verfahren wurden von der französischen Regierung erworben.

    Schwächen des Verfahrens sind ein hohes Gesundheitsrisiko für Fotograf:innen durch den Umgang mit giftigen Dämpfen und ein ästhetisches Problem: Die Daguerreotypie zeigt eine seitenverkehrte Abbildung der aufgenommenen Motive. Ein Mangel war in der Anfangszeit darüber hinaus die recht geringe Lichtempfindlichkeit. Außerdem ist jede Daguerreotypie ein Unikat, das nicht ohne Weiteres vervielfältigt werden kann, was allerdings seinerzeit ihre Wertschätzung eher erhöhte und somit diese Technik an Attraktivität gewann.

    Einer der ersten und erfolgreichen Hersteller von Daguerreotypie-Platten war das in Paris ansässige Unternehmen Christofle: Sie passten ihr Sortiment an den Bedarf an und wurden zum Mittelpunkt der damaligen Fotografie-Industrie, die Fotograf:innen mit Kameras, Optiken, Chemikalien und Platten belieferte. Paris entwickelte sich zu einem Zentrum der Daguerreotypie-Platten-Produktion in Europa. 1851 wurden alleine in Paris ca. eine Million Platten hergestellt und weltweit an Fotograf:innen verkauft. Zur Herstellung wurden ca. 100 Tonnen Kupfer benötigt.

    1853 meldete die New York Daily Tribune, dass in der USA jährlich bis zu 3 Millionen Daguerreotypie-Platten produziert wurden.

    Das Medium Fotografie war somit auf Metallverarbeitung im industriellen Maßstab angewiesen.

    Zur Gewinnung und Verhüttung des Edelmetalls Silber und Kupfer wird Steinkohle und weitere Ressourcen benötigt. Für eine Tonne Erz waren 3 bis 4 Tonnen Kohle zur Verarbeitung erforderlich. Einher geht der massive Ressourcen-Abbau unter Tage und die dafür benötigten Technik, fossilen Brennstoffe und umweltzerstörende Chemikalien.

    Der Abbau von Kupfer spielt bis in die Neuzeit eine bedeutete Rolle:

    Angefangen mit dem Abbau von Kupfer zur Herstellung von Daguerreotypie-Platten Mitte des 19. Jahrhunderts bis dato zur Produktion von Computer- und Netzwerkanlagen, die erst die digitalen Praktiken der Bilderzeugung ermöglichen.

    Abbildungen: „afb 1 Daguerreotypie neercanne 1844 rhcl“ by Kodaksefke is licensed under CC BY 2.0.

  • LensCulture Jury Member

    LensCulture Jury Member

    Ich wurde eingeladen, um als Lensculture-Jurymitglied für den Portrait-Award 2021 mitzuwirken: Seeking new visions in portraiture.

    There was a great international jury meeting:
    Magdalene Keaney Senior Curator, Photographs NATIONAL PORTRAIT GALLERY United Kingdom Brent Lewis Photo Editor NEW YORK TIMES United States Chiara Marinai Senior Visuals Editor VANITY FAIR United States Oliver Schmitt Picture Editor SPIEGEL Germany Virginia Heckert Curator, Dept of Photography J. PAUL GETTY MUSEUM United States Francesca Marani Photo Editor VOGUE ITALIA Italy Roman Härer Creative Director PLAIN PICTURE Germany Jim Casper…

    Introducing 38 New Photographic Portrait Artists

    The 8th annual LensCulture Portrait Awards aim to discover and reward more than 35 photographers around the globe who are making exceptional photographic portraits today.
    These awards are open to photographers at all levels of experience, and all genres of portraiture are welcome — from professional studio shoots, to detailed environmental portraits, to casual candids. We’re open to all types of artistic approaches, too, including staged, fiction, fashion, metaphoric, self-portrait and conceptual work.
    Winners will enjoy career-changing opportunities including exhibition in New York, extensive media coverage, cash prizes and more. Scroll down to meet our expert international jury and read about our free entry option for single image submissions.
    Whether your portraits are traditional or eclectic, quirky or visionary — we want to see your work!