Schlagwort: Film

  • Stocksy United: Premium-Bildagentur und  Genossenschaft

    Stocksy United: Premium-Bildagentur und Genossenschaft

    Warum eine Stockagentur als Genossenschaft mehr ist als ein Marketing-Label

    Stockfotografie ist für viele Kreativ-Teams ein tägliches Werkzeug – und für viele Fotograf:innen zugleich ein Geschäftsmodell mit zunehmend schmalen Margen. In diesem Spannungsfeld positioniert sich Stocksy United seit 2013 als Gegenentwurf: eine kuratierte Premium-Stockagentur, organisiert als mehrstufige Plattform-Genossenschaft, in der Contributor nicht nur Zulieferer sind, sondern Miteigentümer:innen.


    Was Stocksy ist (und warum es sich von anderen Agenturen unterscheidet)

    Stocksy (Stocksy United) ist eine in Victoria, British Columbia (Kanada) ansässige Stockplattform für Fotos und Footage (und je nach Kollektion auch Illustratives), die sich bewusst vom klassischen „mehr Masse, mehr Treffer“-Prinzip abgrenzt. Das Geschäftsmodell kombiniert drei Dinge, die in der Branche selten zusammenkommen:

    • Premium-Positionierung & strenge Kuratierung statt Microstock-Volumenlogik.
    • Hohe, fest kommunizierte Royalty-Sätze:
      Stocksy nennt 50 % für Standard-Lizenzen sowie 75 % für Extended Licenses und Market Freezes.
    • Miteigentum & Mitbestimmung über ein Genossenschaftsmodell (mehr dazu unten).

    Für Bildkäufer:innen bedeutet das oft: weniger „Stock-typische“ Motive und weniger austauschbare Bildformeln – dafür eine Bildsprache, die eher nach Editorial und Brand Storytelling aussieht.


    Reaktion auf den „Race to the Bottom“ im Stockmarkt

    Stocksy wurde öffentlich im März 2013 gestartet und geht auf ein Team um Brianna Wettlaufer und Bruce Livingstone (iStock-Gründer) zurück.
    Der Kontext: In den 2000er- und 2010er-Jahren verschob sich der Stockmarkt stark Richtung Microstock und Preisdruck. Gleichzeitig wurden viele Fotograf:innen stärker zu „Content-Lieferanten“ in Plattform-Ökonomien, in denen Konditionen und Sichtbarkeit zentral gesteuert werden. Stocksy wurde in frühen Berichten explizit als „Opposite“ zur damaligen Marktlogik beschrieben: Qualität priorisieren und Creator finanziell besser stellen.


    Genossenschaftsmodell: Mehr als nur „gute PR“

    Stocksy bezeichnet sich als multi-stakeholder, member-owned platform cooperative. Praktisch heißt das: Es gibt verschiedene Stakeholder-Klassen (u. a. Artists, Staff, Advisors) – und das Modell ist in Regeln/Struktur übersetzt, nicht nur in Kommunikation.
    Zwei Mechaniken sind dabei zentral:

    • Royalties als Standard: Die Beteiligung pro Verkauf ist sehr hoch im Vergleich zu vielen marktüblichen Stockmodellen – und transparent in den Support-Dokumenten beschrieben.
    • Patronage (Gewinn-/Überschussbeteiligung): Wenn ein Überschuss entsteht, kann die Genossenschaft laut Stocksy Patronage Dividends/Returns an berechtigte Mitglieder auszahlen.

    Dass Stocksy dieses Modell nicht nur theoretisch führt, wird auch in externen Fallstudien zur Plattform-Genossenschaft dokumentiert (inkl. Auszahlungen über mehrere Jahre).


    Wie kuratiert Stocksy (und was das für die Bildsprache bedeutet)?

    Stocksy arbeitet bewusst editorial geprägt: Der Bestand soll nicht nur „suchbar“, sondern erzählerisch und ästhetisch konsistent sein. In Beiträgen aus der Community wird betont, dass jedes Bild einzeln von Editors geprüft und akzeptiert/abgelehnt wird.
    Was das in der Praxis oft bewirkt:

    • Weniger Klischee-Stock: weniger „Business-Handschlag vor Whiteboard“, mehr situative Momente, echte Umgebungen, subtile Gesten.
    • Stärkere Serienlogik: Bildstrecken und konsistente Looks funktionieren gut für Marken, die Kampagnen modular aufbauen.
    • Planbarkeit für Art Buying: Wer eine bestimmte visuelle Handschrift sucht, findet sie oft schneller, weil der „Rauschen“-Anteil kleiner ist.

    Ein zweiter Punkt ist Exklusivität auf Zeit: Stocksy definiert mit dem Market Freeze eine Lizenz, die exklusive Nutzung für einen gewählten Zeitraum ermöglicht – währenddessen wird das Asset nicht an andere Kund:innen lizenziert.


    Für wen ist Stocksy besonders interessant?

    Kreativ-Agenturen & Brand-Teams (Art Buying / Produktion)

    • Wenn die Bildsprache weniger generisch wirken soll und ihr lieber kuratiert als „endlos scrollt“.
    • Wenn ihr zeitweise Exklusivität braucht (z. B. Produktlaunch, Kampagnenfenster) – ohne gleich ein komplettes Shooting zu produzieren.

    Publisher & Editorial:

    • Wenn „Stock“ nicht als Stock erkennbar sein darf: dokumentarische Anmutung, echte Situationen, weniger Symbolbilder.

    Fotograf:innen / Filmer:innen, die auf nachhaltigere Erlöslogik setzen:

    • Wenn ihr ein Modell sucht, das hohe Royalties plus die Möglichkeit von Patronage kombiniert.
    • Gleichzeitig gilt: Die Hürde ist höher. Stocksy beschreibt das Bewerbungs-/Review-Prozedere als bewusst sorgfältig (und die Kuratierung spürt man auch danach im Upload-Alltag).

    Weiterer Artikel: Stocksy United für Contributor als Gegenentwurf


    Fazit:

    Stocksy United wurde 2013 gegründet und öffentlich vorgestellt und positioniert sich gegen die „Race to the Bottom“-Dynamik, die mit den Preisen für Microstock-Bilder und den plattformgesteuerten Bedingungen einhergeht.
    Was Stocksy auszeichnet, ist die Kombination aus strenger Kuratierung (jedes Bild wird von Redakteuren geprüft), hohen Lizenzgebühren (Stocksy gibt 50 % für Standardlizenzen und 75 % für erweiterte Lizenzen/Marktstopps an) und einer kooperativen Plattformstruktur mit mehreren Interessengruppen, die in Überschussjahren eine mögliche Ausschüttung an die Förderer vorsieht.
    Für Käufer ist Stocksy besonders relevant, wenn eine Marke eine eher redaktionelle, authentische Bildsprache und – über Market Freeze – zeitlich begrenzte Exklusivität für Kampagnenfenster benötigt.

    Für weitere Eindrücke und mehr Infos: www.stocksy.com

  • Edelmetall Silber

    Edelmetall Silber

    Das Edelmetall Silber als der wichtigste Bestandteil der Fotografie, ausgehend von der ursprünglichen Daguerreotypie Mitte des 19. Jahrhunderts über die industriell hergestellte analoge zur digitalen Fotografie in der Neuzeit, spiegelt den massiven und facettenreichen Ressourcen-Verbrauch wieder. Silber ist auch in Kupfererzen enthalten.

    Silber stellt die Grundlage des fotografischen Bildes dar und damit der wichtigste Rohstoff der fotochemischen Industrie. Das Edelmetall wird auch heute noch dafür benötigt.

    Die Fotoindustrie war zeitweise der weltweit größte industrielle Abnehmer von Silber. Einher geht der massive Ressourcen-Abbau unter Tage und die dafür benötigten Technik, fossilen Brennstoffe und umweltzerstörende Chemikalien. Zur Gewinnung und Verhüttung wird Steinkohle und weitere Ressourcen benötigt. Für eine Tonne Erz waren 3 bis 4 Tonnen Kohle zur Verarbeitung erforderlich.

    Im Silbergelatineverfahren, die gängigste und weltweit verbreitete Art zur Herstellung von lichtempfindlichem Material, wird Silber in Form von Silberhalogeniden in die Gelatine-Schicht des Fotopapiers eingelagert. Die belichteten Partien einer Fotografie bestehen aus kleinen metallischen Silberpartikeln, die sich bei der Belichtung schwarz färben. Die unbelichteten Silberhalogenide werden im anschließenden Verarbeitungsprozess ausgewaschen.

    Schwarz/Weiß- und Farbfilme beinhalten Silber als lichtempfindlicher Grundstoff und werden zu Silbernitrat verarbeitet. Für einen Meter Film werden ca. 3 Gramm Silber benötigt. Noch heute wird für jede chemisch entwickelte Fotografie das Edelmetall Silber benötigt.

    Daraus lässt sich eine Größenordnung ableiten, die für die Fotoindustrie in der Vergangenheit verbraucht wurde:

    Agfa-Gevaert nutzte alleine im Jahr 1980 als größter europäischer Hersteller 700 Tonnen Silber.

    Eastman Kodak verbrauchte nach Schätzungen von Wissenschafter:innen bis 1999 alleine für die eigene Produktion ca. 60 % des weltweit abgebauten und industriell genutzten Silbers.

    Weitere Zahlen zu Eastman Kodak: Eastman Kodak Company-Auswertungen

    Abbildung: © scottsdale-mint on Unsplash

  • Eastman Kodak Company-Auswertungen

    Eastman Kodak Company-Auswertungen

    • Eastman Kodak verbrauchte nach Schätzungen von Wissenschafter:innen bis 1999 alleine für die eigene Produktion ca. 60 % des weltweit abgebauten und industriell genutzten Silbers. (siehe Artikel Edelmetall Silber).
    • Die Eastman Kodak Company benötigte täglich 22.000.000 Gallonen Wasser (ca. 100.000.000 Liter).
    • Insgesamt entwickelte Eastman Kodak Company ca. 4.000 chemische und teilweise hochgiftige Arbeitsprozesse, darunter Methylenchlorid, Aceton, Methanol und Dioxin.
    • Zur Herstellung der benötigten Gelatine zur Beschichtung der Filme und Papiere wurden jährlich 30 Millionen Tonnen Rinderknochen verarbeitet.

    Die Gegend um den Firmensitz in Rochester zählte zu den am höchsten belasteten Regionen der USA. Eastman Kodak Company und viele andere Hersteller wie Agfa-Gevaert, Fuji, Ilford, Orwo und mehr setzten häufig ihre chemische Abfälle in das lokale Ökosysteme frei: z. B. wird die Gegend um den Firmensitz des ehemaligen DDR-Filmherstellers ORWO in Wolfen “Wolfen Creek” genannt.

    Abbildung: © Eric Walli CC BY-SA 2.0

  • Stocksy United für Contributor

    Stocksy United für Contributor

    Viele Fotograf:innen kennen das Spiel: mehr Uploads, mehr Keywords, mehr Konkurrenz – aber die Erlöse pro Lizenz fühlen sich oft an wie „weniger bei mehr Arbeit“. Genau in diese Lücke setzt Stocksy United: eine kuratierte Premium-Stockagentur, organisiert als Genossenschaft, in der Artists nicht nur liefern, sondern (bei Aufnahme) Mitglied werden können. Das verändert nicht nur die Bezahlung, sondern auch die Frage, welche Art von Bildern überhaupt gefragt ist.


    Was Stocksy ist – und warum es sich für Contributor anders anfühlt als klassische Agenturen

    Stocksy ist nicht „noch eine Stockseite“, die alles nimmt, was technisch sauber ist. Die Plattform ist Premium + kuratiert. Für dich als Contributor heißt das:

    • Du verkaufst nicht über Masse, sondern über Bildsprache, Konsistenz und Serie.
    • Du arbeitest eher wie für ein Editorial/Brand-Portfolio als wie für eine Keyword-Fabrik.
    • Deine Rolle ist näher an „Kreativpartner:in“ als an „Content-Lieferant:in“.

    Das klingt nach Brand-Bla, ist aber praktisch relevant: Bei Stocksy gewinnen oft Motive, die du auch für ein Magazin oder eine Kampagne fotografieren würdest – nur eben lizenzierbar.


    Entstehung: Reaktion auf den „Race to the Bottom“ im Stockmarkt

    Stocksy entstand als bewusster Gegenentwurf zur Entwicklung, die viele Contributor seit Jahren spüren: Preisdruck, Austauschbarkeit, Plattformregeln, die sich ohne Mitbestimmung ändern können. Die Gründungsidee war: Premium-Preise + faire Beteiligung + kuratorische Handschrift.
    Für dich ist das wichtig, weil daraus eine klare Logik folgt: Stocksy sucht nicht „alles“, sondern einen bestimmten Look – und belohnt ihn.


    Genossenschaftsmodell: Mehr als „gute PR“ – was das praktisch für dich bedeutet

    „Cooperative“ ist hier nicht nur Etikett. Für Contributor sind zwei Dinge entscheidend:

    • Hohe Beteiligung pro Verkauf (Royalties)
      Du bist nicht darauf angewiesen, 10.000 Downloads zu stapeln, um den Monat zu retten. Bei Premium-Stock kann schon weniger Volumen spürbar sein – wenn dein Content zur Nachfrage passt.
    • Patronage/Überschussbeteiligung (je nach Jahr/Regeln)
      Statt dass Gewinne ausschließlich in einer Firmenstruktur hängen bleiben, kann es zusätzliche Ausschüttungen für Mitglieder geben. Das ist kein garantierter Bonus – aber es ist ein Signal, dass die Plattformlogik nicht ausschließlich „oben sammelt, unten produziert“ ist.

    Contributor-Takeaway:
    Stocksy ist eher „Portfolio-Asset“ als „Upload-Maschine“. Du baust dir eine Bibliothek, die über Jahre trägt – wenn du den Stil triffst.


    Wie Stocksy kuratiert – und was das für deine Bildsprache bedeutet

    Kuratierung heißt: Nicht nur technische Qualität zählt, sondern stimmige, markenfähige Bildwelten. Typisch gefragt sind:

    • Authentizität statt Symbolik
      echte Räume, echte Details, echte Situationen
    • keine „zu perfekten“ Stock-Posen
    • Serien statt Einzelbilder
      Stocksy liebt Content, der als Story-Set funktioniert.
    • Konsequenter Look
    • „Commercial-usable“, ohne nach Werbung auszusehen

    Für wen Stocksy besonders interessant ist

    Stocksy passt gut, wenn du …

    • gern in Serien denkst und nicht nur Einzelshots produzierst
    • einen starken, konsistenten Stil hast (oder bewusst entwickeln willst)
    • eher Lifestyle, Travel, Food, Portrait, Dokumentarisches machst
    • bereit bist, kuratorisches Feedback (implizit über Annahme/Ablehnung) als Teil des Prozesses zu akzeptieren
    • dein Stock-Portfolio als langfristiges Asset bauen willst

    Stocksy passt eher nicht, wenn du …

    • auf reine Menge setzt (High-Volume-Upload, generische Motive)
    • primär isolierte Freisteller/Icons/„Business-Klischees“ produzierst
    • schnelle, planbare Abnahme ohne Stilvorgaben erwartest
    • keine Zeit/Lust hast, Releases & Serien konsequent zu organisieren

    Infos für Contributor: Artist for Stocksy

  • Papier, Zellulose, Gelatine und Celluloid

    Die ersten fotografischen Bilder entstanden auf diversen unterschiedlichen Metalloberflächen – und im Gegensatz zur Daguerreotypie, die ein Unikat war – suchten die Tüftler und Erfinder nach Wegen und Verfahren der Vervielfältigung.

    Es dauerte nicht lange bis das ideale Medium zur Herstellung unendlich vieler Positivabzüge gefunden wurde: Papier.

    „Old Wrinkled Paper Texture“ by ‚Playingwithbrushes‘ is licensed under CC BY 2.0.

    Papier besaß entscheidende Vorteile und Eigenschaften gegenüber den herkömmlichen Trägermedien: Papier war günstig, massentauglich und verfügte über entsprechende physikalische Eigenschaften für noch effizientere Herstellungsverfahren.
    Die Grundlage für das Fotopapier bildete bis weit ins 19. Jahrhundert Baumwoll- und Flachslumpen, importiert aus den gängigen Produktionsstätten rund um den Globus und vordergründig aus den Vereinigten Staaten mithilfe von Sklavenarbeit.
    Durch die Erfindungen von Maschinen zur industriellen Herstellung und Verarbeitung von Baumwolle wurde nicht nur der Baumwollanbau effizierter, sondern beschleunigte die massive und exzessive Bewirtschaftung von Landflächen durch Entwässerung von Feuchtgebieten, deren Ökosysteme eine wichtige Rolle als Kohlenstoffspeicher spielen – wodurch der Klimawandel und die Sklaverei stärker denn je vorangetrieben wurde.
    Die Baumwolle wurde nach Europa verschifft, zu Kleidung verarbeitet, getragen, anschließend von armen Lumpensammlern/Tagelöhnern an Papiermühlen verkauft, wo diese Lumpen mit giftigen Chlorverbindungen gebleicht zu einer Masse verarbeitet wurden.

    Die rasant wachsende Nachfrage nach Papier und der Mangel an Baumwolle führten zu einem Umdenken und Suche nach Alternativen. Das in Deutschland perfektionierte Holzschliffverfahren war die Lösung und die Antwort. Bei dem Verfahren wird das Holz unter anderem in Schwefelsäure gekocht und so in einzelne Zellulosefasern zerlegt.
    Die Papierherstellung trug jahrzehntelang zur massiven Wasserverschmutzung bei und setzte große Mengen von Schwefelsalzen und anderen Giftstoffen willkürlich ohne Kontrolle und Auflagen in die Umwelt frei.
    Dieses Holzschliffverfahren führte übrigens auch zur Entdeckung von Zellulosenitrat, dem ersten synthetischen Kunststoff, der zur Herstellung von Celluloidfilm für Fotografien und Filme verwendet wurde. (Somit zählt die Fotopapier-Industrie zum Wegbereiter und Erfinder von Plastik.)

    Die Fotopapier-Industrie nutzte außerdem Substanzen tierischen Ursprungs wie Albumin und Gelatine, die aus industrieller Tierhaltung und Schlachtung stammten. Ende des 19. Jahrhunderts soll ein einziger Papierproduzent in Dresden für die Albumin-Beschichtung sechs Millionen Eier pro Jahr verbraucht haben. Gelatine wurde für lichtempfindliche Beschichtungen sowohl bei Celluloid als auch bei Fotopapier verwendet.

    Für die Herstellung und Beschichtung von Fotopapier und Film verarbeitete Eastman Kodak bis 1999 jährlich über 30 Millionen Tonnen Rinderknochen.

  • Schutz geistigen Eigentums

    Schutz geistigen Eigentums für Marken, Patente, Gebrauchsmuster, Design, Gebäude und Kunstwerke

    Unter dem Begriff „geistiges Eigentum“ – international als „intellectual property (IP)“ bezeichnet – fallen Eigentumsrechte an Schöpfungen des menschlichen Intellekts (beispielsweise Erfindungen, Know-how, Software). Der Begriff „gewerbliche Schutzrechte“ bezeichnet die Gesamtheit der Rechte, die diese individuellen geistigen Leistungen schützen, wie das Patent- und Gebrauchsmusterrecht in Bezug auf Erfindungen oder das Urheberrecht in Bezug auf Werke der Wissenschaft, Literatur und Kunst (einschließlich Software).

    Die Rechte des geistigen Eigentums

    Nur der Urheber hat das ausschließliche Nutzungs- und Vervielfältigungsrecht: Dritte dürfen ohne deren Zustimmung keinen Gebrauch machen oder nachahmen.

    Die Qualität des Erzeugnisses ist garantiert und die Herkunft ist klar. Dies kann für ein Unternehmen von Vorteil sein, weil Kunden möglicherweise eher Produkte kaufen, die strengere Kontrollen durchlaufen haben.

    Nicht nur die direkte Nutzung der Eigentumsrechte ist lukrativ, sondern auch die Vergabe von Lizenzverträgen, mit denen andere Unternehmen für einen bestimmten Zeitraum die Nutzung des Eigentumsrechts erlauben. Urheberrechte und nicht eingetragene Geschmacksmuster sind automatisch geschützt und erfordern keine weiteren Formalitäten.

    Mit einem Patent oder einer Handelsmarke können gegebenenfalls Marktwertsteigerungen erzielt und dem Unternehmen die Suche nach Investoren oder anderen Finanzierungsmöglichkeiten erleichtert werden.

    Wir können keine Garantie für die Vollständigkeit, Genauigkeit oder Richtigkeit der hier enthaltenen Informationen und weiter unten zusammengestellten Liste übernehmen. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass die Art der Lizenzierung für verschiedene Länder, Branchen sowie kommerzielle oder redaktionelle Zwecke unterschiedlich sein kann. 

    Die aufgeführten Warenzeichen, Gebäude und Kunstwerke sind größtenteils in englischer Sprache gehalten, um einer internationalen Schreibweise und Verständlichkeit möglichst nahe zu kommen.

    Trademarks, Fahrzeuge

    Ampelmännchen (Ampelmann)

    Antony Gormley

    Art Installations

    Atomium

    Australian Aboriginal and Torres Strait Islander Guidelines

    Australian Aboriginal Flag

    Blood Swept Lands and Seas of Red

    Burberry Check

    Burning Man Festival

    Cadillac Ranch

    Camouflage

    Carousels by Carousel Works

    Cassandre

    Chicago Millennium Park

    Christ the Redeemer

    Christo and Jeanne-Claude

    Cloud Gate

    Crazy Horse Monument

    Figurines

    Grand Central Terminal

    Gwanghwamun Square

    Hector Guimard – Paris Metro Sign

    Hollywood Walk of Fame

    Holocaust Memorial (Berlin)

    Iwo Jima Memorial Statue

    Korean War Memorial

    Lygia Pape

    Memorial and Burial Sites

    Millennium Sculpture

    Mont Saint-Michel Jetty Bridge

    Neon Museum and Boneyard

    Royal Canadian Mint

    Rudolph

    Sam Houston Statue

    Seattle Olympic Sculpture Park

    Shoes on the Danube

    Sistine Chapel

    Smile on a Stick

    Smithsonian Institution

    Solomon R. Guggenheim Museum

    Spiral Jetty

    Spoonbridge Sculpture

    Statue of Liberty replica (Las Vegas)

    Stone Mountain Carving

    The British Museum

    The Little Mermaid (statue)

    The Merlion

    The Vietnam Women’s Memorial

    The Walt Disney Company

    The Weltzeituhr Berlin

    Trading Cards

    Umbrella Sky Project

    Unique Designs & Luxury Goods

    US Million Dollar Bill

    US National Arboretum

    Vietnam Memorial Wall

    Wall Street Bull

    Gebäude, Wahrzeichen und Orte

    Anzac Bridge (Australia)

    Architecture by Oscar Niemeyer

    Atomium

    Berlin Cathedral (Berliner Dom)

    Berlin Hauptbahnhof (Central Station)

    Biltmore Estate

    Bordeaux, France

    Boston Public Library

    Burj Al Arab

    Burning Man Festival

    Casa Milà (La Pedrera)

    Castles in Europe

    Cathedral of Our Lady of the Angels

    CCTV Headquarters

    Chicago Millennium Park

    Christ the Redeemer

    Christo and Jeanne-Claude

    City of Arts & Sciences

    Cloud Gate

    Cologne Cathedral

    Eiffel Tower by night with the light illumination

    Empire State Building

    Erasmus Bridge

    Graceland

    Grand Central Terminal

    Grauman’s (Mann’s) Chinese Theatre

    Haneda (Tokyo International Airport)

    Harewood House

    Hearst Castle

    Holocaust Memorial (Berlin)

    Japanese Shrines, Temples and Castles

    Japanese Train Systems

    Koury Corporation

    La Geode

    La Grande Arche de la Defence

    Las Vegas Hotels

    Levens Hall

    Lincoln Center and Institute

    Lyon’s Saint Exupery Airport

    Marina Bay Sands

    Melbourne Federation Square

    Metropol Parasol

    Mont Saint-Michel Jetty Bridge

    Moulin Rouge

    Munich Olympic Park

    Museo del Prado

    Museums & Ticketed Locations

    National Centre for the Performing Arts

    Nationale Nederlanden Building

    Notre Dame de Paris

    Olympic & Paralympic Games and Venues

    Pont de L’Ile de Re

    Pont de Normandie

    Port of Kobe

    Private Universities and Colleges

    Pro Sport Stadiums and Venues

    Provencher Bridge

    Quinta da Regaleira (The Fifth Estate)

    Radio City Music Hall

    Rockefeller Center

    Rockefeller Villa, The Bellagio Centre

    Rosslyn Chapel

    Seattle Space Needle

    Sheikh Zayed Grand Mosque

    Shinjuku Golden Gai

    Shinjuku Gyoen Park

    Shrine of Remembrance (Melbourne)

    Sistine Chapel

    Six Flags Amusement and Theme Parks

    Spelling Mansion (The Manor)

    St. Gereon’s Basilica

    St. Michael’s Church

    St. Peter’s Basilica

    St. Stephen’s Cathedral (Stephansdom)

    Sugarloaf Cable Car

    Swiss Railway Clock

    Sydney Opera House

    Taipei 101

    Teufelsberg

    The British Museum

    The Burj Khalifa

    The Court of Justice of the European Union

    The Experience Music Project

    The Guggenheim Museum

    The Hermitage (Winter Palace)

    The J. Paul Getty Center

    The Louise Weiss Building

    The Louvre and IM Pei’s Pyramid

    The Millau Viaduct

    The Museum of Modern Art (NYC)

    The Orpheum Theatre, Los Angeles

    The Reichstag

    The Residenz (Munich)

    The Ronda Bull Ring

    The Walt Disney Company

    The Walt Disney Concert Hall

    The Works of Frank Lloyd Wright

    The Works of Jean Desbois

    Tokyo Imperial Palace

    Torre Agbar / Agbar Tower

    Transamerica Pyramid

    University of Alabama

    University of California (Berkley, Los Angeles)

    University of North Carolina Old Well

    University of Otago

    US National Arboretum

    Vessel

    Vinoy Park Hotel

    Virginia House

    Vogtsbauernhof (Black Forest) Museum

    Wales Millennium Centre

    Wheaton College (Illinois)

    Willis (formerly Sears) Tower

    Yokohama City

    Kunstwerke

    Ampelmännchen (Ampelmann)

    Antony Gormley

    Art Installations

    Atomium

    Australian Aboriginal Flag

    Blood Swept Lands and Seas of Red

    Burberry Check

    Burning Man Festival

    Cadillac Ranch

    Camouflage

    Carousels by Carousel Works

    Cassandre

    Chicago Millennium Park

    Christ the Redeemer

    Christo and Jeanne-Claude

    Cloud Gate

    Crazy Horse Monument

    Figurines

    Grand Central Terminal

    Gwanghwamun Square

    Hector Guimard – Paris Metro Sign

    Hollywood Walk of Fame

    Holocaust Memorial (Berlin)

    Iwo Jima Memorial Statue

    Korean War Memorial

    Lygia Pape

    Memorial and Burial Sites

    Millennium Sculpture

    Mont Saint-Michel Jetty Bridge

    Neon Museum and Boneyard

    Royal Canadian Mint

    Rudolph

    Sam Houston Statue

    Seattle Olympic Sculpture Park

    Shoes on the Danube

    Sistine Chapel

    Smithsonian Institution

    Solomon R. Guggenheim Museum

    Spiral Jetty

    Spoonbridge Sculpture

    Statue of Liberty replica (Las Vegas)

    Stone Mountain Carving

    The British Museum

    The Little Mermaid (statue)

    The Merlion

    The Vietnam Women’s Memorial

    The Walt Disney Company

    The Weltzeituhr Berlin

    Trading Cards

    Umbrella Sky Project

    Unique Designs & Luxury Goods

    US Million Dollar Bill

    US National Arboretum

    Vietnam Memorial Wall

    Wall Street Bull

  • Die Fotografie und die industrielle Revolution

    Die Fotografie und die industrielle Revolution

    Die Fotografie ist und war immer ein Wegbegleiter der industriellen Revolution, Mitgestalter/Gläubiger des technischen Fortschritts und Profiteur von der daraus entstanden technischen und automatisierten Entwicklungen: 
    Die Fotografie ist gleichermaßen Kritiker und Nutzniesser.

    Fossilierte Sonnenstrahlen (Auszüge aus dem Katalog „Mining photography“*)

    Als Nicéphore Niépce 1827 das älteste erhaltene fotografische Bild herstellte, hatte er zuvor zusammen mit seinem älteren Bruder Claude 10 Jahre lang an der Erfindung des ersten Verbrennungsmotors der Welt gearbeitet. Niépce war Ingenieur und Erfinder und ganz verhaftet im damaligen Zeitgeist von der Denkweise und Glaube an die technische und industrielle Revolution.

    Dieser Motor der Brüder Niépce nutzte als Brennstoff eine Mischung aus Kohle und Harz und in der Weiterentwicklung durch „weißes Erdöl“ bzw. Petroleum ersetzt. Damit gelang es den Brüdern immerhin ein 900 Kilo schweres Boot stromaufwärts zu bewegen.

    Einen kommerzieller Erfolg des Motors blieb aus diversen Gründen aus: Konstruktionsfehler, ein Mangel an finanziellen Mitteln und Claudes früher Tod.

    Dafür trug Niépce durch die Erfindung der Fotografie zum Erfolg des fossilen Kapitalismus und der Folgen bei. Die wesentliche Innovation und Durchbruch bestand im Einsatz von fossilen Brennstoffen: Durch den Einsatz von Bitumen von Judäa aus der Gegend am Toten Meer war Niépce in der Lage ein Bild auf einer Zinnplatte zu fixieren. Die erste Fotografie wurde somit in einen fossilen Brennstoff geätzt und fixiert. Niépce stand mit seinem wissenschaftlichen und unternehmerischen Interessen an Motoren und Bildern nicht allein da.

    In England experimentiere zur selben Zeit William Henry Fox Talbot mit Motoren und meldete weitere Patente für Motoren an. Derselbe William Henry Fox Talbot, der für seine bahnbrechende Erfindung des Kalotypieverfahrens im Jahr 1840 bekannt wurde (auf Papier beruhendes Negativ / Positiv-Verfahren zur unbegrenzten Herstellung gedruckten Positiven). Diese Patente mit dem Titel „Fortschritte bei der Erzeugung oder Gewinnung von Bewegungskraft“ beinhalteten verschiedene Formen zur Erzeugung von Kraft durch Einsatz von sogenannter „Kohlensäure“ – in der heutigen Zeit sprechen wir von Kohlendioxid.

    Der Philosoph Patrick Maynard hat angemerkt, dass die Fotografie, wenn man sie im technologischen Kontext ihrer Entwicklung betrachtet, sehr deutlich als eine Art Motor begriffen werden könnte: ein „Motor der Visualisierung“, keine bloß passive Form objektiver Darstellung, sondern eine Maschine, die unsere Umwelt veränderte, genau wie die Dampfmaschine.* 

    Fossile Energien und Fotografie waren also von ihren Anfängen an eng verbunden, sie entwickelten sich in enger Nachbarschaft und Bezugnahme.

    Talbot selbst investierte in Silberminen, außerdem war er beteiligt an der Entwicklung von Druckprozessen, die Gelatine auf tierischer Basis einsetzten. Eben in dieser Zeit begann das fossile Kapital, die Natur zu verändern, indem es der Atmosphäre immer mehr Kohlendioxid zuführte.

    In der Konsequenz ist die fotografische Industrie mitverantwortlich an dem Raubbau der Natur.  

    Mehr Details zur Grundlage des fotografischen Bildes: Edelmetall Silber

    Abbildung: © “Silver Mining Boom Town, 1879” by Thiophene_Guy is licensed under CC BY-NC-SA 2.0

    *Boaz Levin, Esther Ruelfs, Tulga Beyerle: „Mining Photography, Der Ökologischer Fussabdruck der Bildproduktion“; erschienen bei Spector Books, 2022, ISBN 978-3-95905-632-8

  • Daguerreotypie

    Daguerreotypie

    Die Daguerreotypie war das erste kommerziell nutzbare Fotografie-Verfahren im 19. Jahrhundert. Sie ist nach dem französischen Maler Louis Daguerre benannt, der zusammen mit Nicéphore Niépce das Verfahren seit 1829 entwickelte und schließlich 1839 veröffentlichte: Mit Hilfe versilberter Kupferplatten werden fotografischer Bilder fixiert. Kupfer mit stabilisierenden Eigenschaften machte die Silberplatten als Bildträger ökonomisch erschwinglich. Versilberte Kupferbleche waren in dieser Zeit zudem eine weitverbreitete Rohware zur Herstellung aller Art von silbernen Haushaltsgegenständen wie Tabletts und Kerzenleuchter.
    Die Rechte an dem Verfahren wurden von der französischen Regierung erworben.

    Schwächen des Verfahrens sind ein hohes Gesundheitsrisiko für Fotograf:innen durch den Umgang mit giftigen Dämpfen und ein ästhetisches Problem: Die Daguerreotypie zeigt eine seitenverkehrte Abbildung der aufgenommenen Motive. Ein Mangel war in der Anfangszeit darüber hinaus die recht geringe Lichtempfindlichkeit. Außerdem ist jede Daguerreotypie ein Unikat, das nicht ohne Weiteres vervielfältigt werden kann, was allerdings seinerzeit ihre Wertschätzung eher erhöhte und somit diese Technik an Attraktivität gewann.

    Einer der ersten und erfolgreichen Hersteller von Daguerreotypie-Platten war das in Paris ansässige Unternehmen Christofle: Sie passten ihr Sortiment an den Bedarf an und wurden zum Mittelpunkt der damaligen Fotografie-Industrie, die Fotograf:innen mit Kameras, Optiken, Chemikalien und Platten belieferte. Paris entwickelte sich zu einem Zentrum der Daguerreotypie-Platten-Produktion in Europa. 1851 wurden alleine in Paris ca. eine Million Platten hergestellt und weltweit an Fotograf:innen verkauft. Zur Herstellung wurden ca. 100 Tonnen Kupfer benötigt.

    1853 meldete die New York Daily Tribune, dass in der USA jährlich bis zu 3 Millionen Daguerreotypie-Platten produziert wurden.

    Das Medium Fotografie war somit auf Metallverarbeitung im industriellen Maßstab angewiesen.

    Zur Gewinnung und Verhüttung des Edelmetalls Silber und Kupfer wird Steinkohle und weitere Ressourcen benötigt. Für eine Tonne Erz waren 3 bis 4 Tonnen Kohle zur Verarbeitung erforderlich. Einher geht der massive Ressourcen-Abbau unter Tage und die dafür benötigten Technik, fossilen Brennstoffe und umweltzerstörende Chemikalien.

    Der Abbau von Kupfer spielt bis in die Neuzeit eine bedeutete Rolle:

    Angefangen mit dem Abbau von Kupfer zur Herstellung von Daguerreotypie-Platten Mitte des 19. Jahrhunderts bis dato zur Produktion von Computer- und Netzwerkanlagen, die erst die digitalen Praktiken der Bilderzeugung ermöglichen.

    Abbildungen: „afb 1 Daguerreotypie neercanne 1844 rhcl“ by Kodaksefke is licensed under CC BY 2.0.