Kategorie: Wissen

  • Edelmetall Silber

    Edelmetall Silber

    Das Edelmetall Silber als der wichtigste Bestandteil der Fotografie, ausgehend von der ursprünglichen Daguerreotypie Mitte des 19. Jahrhunderts über die industriell hergestellte analoge zur digitalen Fotografie in der Neuzeit, spiegelt den massiven und facettenreichen Ressourcen-Verbrauch wieder. Silber ist auch in Kupfererzen enthalten.

    Silber stellt die Grundlage des fotografischen Bildes dar und damit der wichtigste Rohstoff der fotochemischen Industrie. Das Edelmetall wird auch heute noch dafür benötigt.

    Die Fotoindustrie war zeitweise der weltweit größte industrielle Abnehmer von Silber. Einher geht der massive Ressourcen-Abbau unter Tage und die dafür benötigten Technik, fossilen Brennstoffe und umweltzerstörende Chemikalien. Zur Gewinnung und Verhüttung wird Steinkohle und weitere Ressourcen benötigt. Für eine Tonne Erz waren 3 bis 4 Tonnen Kohle zur Verarbeitung erforderlich.

    Im Silbergelatineverfahren, die gängigste und weltweit verbreitete Art zur Herstellung von lichtempfindlichem Material, wird Silber in Form von Silberhalogeniden in die Gelatine-Schicht des Fotopapiers eingelagert. Die belichteten Partien einer Fotografie bestehen aus kleinen metallischen Silberpartikeln, die sich bei der Belichtung schwarz färben. Die unbelichteten Silberhalogenide werden im anschließenden Verarbeitungsprozess ausgewaschen.

    Schwarz/Weiß- und Farbfilme beinhalten Silber als lichtempfindlicher Grundstoff und werden zu Silbernitrat verarbeitet. Für einen Meter Film werden ca. 3 Gramm Silber benötigt. Noch heute wird für jede chemisch entwickelte Fotografie das Edelmetall Silber benötigt.

    Daraus lässt sich eine Größenordnung ableiten, die für die Fotoindustrie in der Vergangenheit verbraucht wurde:

    Agfa-Gevaert nutzte alleine im Jahr 1980 als größter europäischer Hersteller 700 Tonnen Silber.

    Eastman Kodak verbrauchte nach Schätzungen von Wissenschafter:innen bis 1999 alleine für die eigene Produktion ca. 60 % des weltweit abgebauten und industriell genutzten Silbers.

    Weitere Zahlen zu Eastman Kodak: Eastman Kodak Company-Auswertungen

    Abbildung: © scottsdale-mint on Unsplash

  • Eastman Kodak Company-Auswertungen

    Eastman Kodak Company-Auswertungen

    • Eastman Kodak verbrauchte nach Schätzungen von Wissenschafter:innen bis 1999 alleine für die eigene Produktion ca. 60 % des weltweit abgebauten und industriell genutzten Silbers. (siehe Artikel Edelmetall Silber).
    • Die Eastman Kodak Company benötigte täglich 22.000.000 Gallonen Wasser (ca. 100.000.000 Liter).
    • Insgesamt entwickelte Eastman Kodak Company ca. 4.000 chemische und teilweise hochgiftige Arbeitsprozesse, darunter Methylenchlorid, Aceton, Methanol und Dioxin.
    • Zur Herstellung der benötigten Gelatine zur Beschichtung der Filme und Papiere wurden jährlich 30 Millionen Tonnen Rinderknochen verarbeitet.

    Die Gegend um den Firmensitz in Rochester zählte zu den am höchsten belasteten Regionen der USA. Eastman Kodak Company und viele andere Hersteller wie Agfa-Gevaert, Fuji, Ilford, Orwo und mehr setzten häufig ihre chemische Abfälle in das lokale Ökosysteme frei: z. B. wird die Gegend um den Firmensitz des ehemaligen DDR-Filmherstellers ORWO in Wolfen “Wolfen Creek” genannt.

    Abbildung: © Eric Walli CC BY-SA 2.0

  • Creative Commons (CC)*

    Creative Commons (CC) ist eine Non-Profit-Organisation, die in Form vorgefertigter Lizenzverträge eine Hilfestellung für Urheber zur Freigabe rechtlich geschützter Inhalte anbietet.

    Ganz konkret bietet CC sechs verschiedene Standard-Lizenzverträge an, die bei der Verbreitung kreativer Inhalte genutzt werden können, um die rechtlichen Bedingungen festzulegen. 

    CC ist dabei selber weder als Verwerter:in noch als Verleger:in von Inhalten tätig und ist auch nicht Vertragspartner:in von Urheber:innen und Rechteinhaber:innen, die ihre Inhalte unter CC-Lizenzverträgen verbreiten wollen.

    Die Urheber:innen entscheiden eigenständig und in Eigenverantwortung welche der sechs CC-Lizenzverträge jeweils zum Einsatz kommen soll.

    Hier sind die sechs verschiedenen CC-Lizenzen mit entsprechende Bedingungen gegliedert:

    Namensnennung 4.0 International (Details)

    Namensnennung – Share Alike 4.0 International (Details)

    Namensnennung – Keine Bearbeitungen 4.0 International (Details)

    Namensnennung – Nicht kommerziell 4.0 International (Details)

    Namensnennung – Nicht kommerziell-Share Alike 4.0 International (Details)

    Namensnennung – Nicht kommerziell-Keine Bearbeitungen 4.0 International (Details)

    Mehr Infos dazu: https://de.creativecommons.net/was-ist-cc/

  • „You press the button, we do the rest“

    Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich eine massive Marktwende in der noch kleinen Fotografie-Branche, der die Knipser:innen im Blick hatte. Die Fotografie bahnte sich zum Massenphänomen über alle Bevölkerungsgruppen hinweg an:
    1900 bringt Kodak mit der Brownie-Boxkamera ein System auf den Markt, das die Entwicklung und Verarbeitung des Films in das Werk von Eastman Kodak verlagert.
    Benutzer:innen schickt die Kamera mit belichteten Negativen einfach an Kodak und bekommt eine neu bestückte Kamera mit Film samt den entwickelten Bildern zurück.

    Abbildung: Kodak Instamatic 33.jpg“ by Alfred from Germany is licensed under CC BY-SA 2.0.

    Gerade die Vereinfachung der Technik, die Automatisierung und die Verlagerung der chemischen Prozesse und der Entwicklungsarbeit in das Industrielabor macht die technische Komplexität der Fotografie für die Benutzer:innen weitgehend unsichtbar: Das Gespür für die Materialität und das Wissen des Prozesses geht verloren. Der Slogan von Kodak »You press the button, we do the rest« macht das Verschwinden der menschlichen Arbeit überaus deutlich: Fotografie ist als Produkt auf dem Markt gerade deshalb so attraktiv, weil sie scheinbar keine Zeit kostet und kein Wissen voraussetzt.

  • Code of Conduct

    Was ist die Bedeutung von „Code of Conduct“ und was soll dieser bewirken?
    Ein „Code of Conduct“ ist ein Verhaltenskodex, der bestenfalls das erwartete Verhalten von Personen innerhalb einer Organisation, einer Gruppe oder einer Gemeinschaft festlegt. Dieser Verhaltenskodex dient dazu, sicherzustellen, dass alle Mitglieder oder Beteiligten respektvoll, ethisch und verantwortungsbewusst handeln.

    Typischerweise umfasst dieser Verhaltensstandards, die sich auf Themen wie Ethik, Integrität, Vertraulichkeit, Respekt, Fairness, Gleichbehandlung und professionelles Verhalten beziehen.
    Ein solcher Kodex kann auch Anleitungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten, zum Umgang mit Konflikten und zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften enthalten.

    Zentrale Punkte eines Code of conduct könnten folgende Punkte beinhalten:

    • Würde und Privatsphäre der abgebildeten Personen respektieren
    • Transparenz und faire Geschäftspraktiken gegenüber Kunden
    • Einhaltung von Urheberrechten
    • Kontinuierliche Weiterentwicklung der Fähigkeiten
    • Verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt
    • Respekt gegenüber Diversität

    Organisationen, Unternehmen, Berufsverbände und sogar Online-Communitys können einen Code of Conduct entwickeln und implementieren, um sicherzustellen, dass alle Mitglieder oder Beteiligten in Übereinstimmung mit den definierten Werten und Normen handeln.

    Wenige Artikel auf Webseiten, die im Kontext der Fotografie zu sehen sind, möchte ich gerne hier listen:
    Ethische Standards für den Journalismus: Pressekodex
    Magnum: Code of Conduct
    Bildagentur laif: laif zu KI
    Professional Photography Business network: CODE OF ETHICS

  • KI-generierte Abbildungen und das Copyright

    KI-generierte Abbildungen und das Copyright

    Der Versuch einer Zusammenfassung (Stand 12.12.2025)

    Status Quo aus rechtlicher Perspektive und aktuelle Rechtsprechung/EU-Richtlinien

    Das deutsche Urheberrecht (UrhG) führt noch keine spezifischen Gesetze zum Thema KI auf.
    Allerdings ist nach den Leitlinien § 44b UrhG „Data Mining/Trainieren“ einer KI nach deutschem Recht zulässig.
    NutzerInnen einer KI müssen allerdings § 23 UrhG beachten: „Es bedarf der Zustimmung des Urhebers eines Werkes, wenn man ein eigenes Werk veröffentlichen will, das dem ursprünglichen Werk nachempfunden ist.“

    Und dann gibt es noch den eigentlich wichtigsten Teil des Urheberrechtsgesetzes (§ 2 Abs. 2 UrhG): Nur persönliche Schöpfungen sind nach UrhG schützenswert.
    D.h: Ein menschliches Wesen muss das Werk geschaffen haben. Der menschliche Anteil an der Erschaffung des Bildes muss so groß ist, dass eine sogenannte „Schöpfungshöhe“ erreicht wird und der KI-Anteil völlig untergeordnet erscheint.

    Konsequenz

    Ein „Prompt“ ist keine kreative menschliche Entscheidung und wird nach dem UrhG nicht als persönliche Schöpfungshöhe betrachtet.
    KI-generierte Abbildungen unterliegen keinem Urheberschutz, soweit diese nur mit „Prompts“ erzeugt wurden.
    In anderen Ländern verhält es sich ähnlich: Auch die US-Gesetzgebung räumt den KI-generierten Abbildungen keinen Urheberrechtsschutz ein.

    Somit sind KI-generierte Abbildungen nicht schützenswert und im eigentlichen Sinne als „Freiwild“ zu bewerten.
    Jeder könnte die von einer beliebigen Person mit „Prompts“ generierten KI-Abbildungen selber nutzen, „ohne Gewähr“.
    Bis auf Weiteres, soweit keine neuen gesetzlichen Bestimmungen deutschlandweit und europaweit vereinbart werden, halten wir uns an das oben Beschriebene.

    Kennzeichnungspflicht von KI-generierten Bildern

    Aktuell wird in der EU im Kontext der KI-Richtlinie (AI-Act) darüber diskutiert, inwieweit eine Offenlegung stattfinden soll. Es zeichnet sich ab, dass alle mit KI-erzeugten Abbildungen speziell gekennzeichnet werden müssen.

    Mit anderen Worten …

    Eine Bildagentur kann für ein Nutzungshonorar in dem eigentlichen Sinne nur Lizenzen anbieten, die urheberrechtlich geschützt sind.
    Somit sind KI-generierte Abbildungen ohne „Schöpfungshöhe“ für eine Bildagentur nicht geeignet, da schlichtweg kein Urheberrechtsschutz besteht.
    Wir möchten in diesem Kontext auf unserem gemeinsam unterzeichneten Vertrag unter § 2. 1.) verweisen: „Der/die Fotograf*in versichert seine/ihre alleinige Urheberschaft der Bilder.“

    Außerdem sind folgende Aspekte bei einer Nutzung von KI-generierten Abbildungen grundsätzlich zu berücksichtigen:

    • Ohne Urheberschutz keine Exklusivität
    • Mangel an Originalität
    • Wettbewerber/Kunden dürfen theoretisch deine KI-generierten Abbildungen bearbeiten und für ihre Kommunikation verwenden
    • Urheberrechte/Drittrechte/Markenrechte könnten verletzt werden
    • Ähnlichkeiten mit echten Personen oder Marken sind nicht ausgeschlossen
  • Kurzgeschichte DIGITALFOTOGRAFIE

    „Mit dem Aufkommen der Digitalfotografie schien die Materialität des analogen Mediums in Vergessenheit zu geraten: Film einlegen (begrenzt auf max. 36 Aufnahmen), der Kostenfaktor Entwicklung und Abzüge, Scans erstellen, die Lagerung/Archivierung und weitere mehr vordergründige Punkte, die im Rückblick eine einschränkende Wirkung hat ganz im Vergleich zur digitalen Fotografie:
    Unbegrenzt Knipsen solange der Akku ausreicht, »Mehr-Bilder-Mehr-Auswahl«, digitale Postproduktion eröffnete ganz neue Horizonte, kein umfangreiches und platznehmendes analoges Archiv mehr – stattdessen Millionen von Bilder auf nur einer Festplatte etc. Die analogen und offensichtlichen Ressourcen verschwinden aus dem Alltag.
    Der Kodak-Slogan von 1888 – »You press the button, we do the rest« – wird durch die Digitalfotografie ins Extreme getrieben und bekommt eine ganz neue Bedeutung: Die Nutzer:innen brauchen nur noch auf einen Smartphone-Bildschirm zu tippen oder einen Auslöser bestätigen, schon „erscheint“ wie aus dem Nichts ein Bild.“1

    Die erste Digitalkamera wurde bereits in den 1970er Jahren entwickelt: die Eastman Kodak Company leistete zu dieser Phase Pionierarbeit. Allerdings verlor Kodak den Anschluss an seine Wettbewerber durch den Vormarsch der Digitalfotografie Anfang des 21. Jahrhunderts.
    Schließlich musste die Eastman Kodak Company ein Insolvenz-Verfahren anmelden und ging als Anbieter für Drucktechnologie hervor.

    Es dauerte noch weitere zwei Jahrzehnte, bis sich die Digitalkamera Anfang der 1990er etablieren konnte.

    Den eigentlichen Hype und Durchbruch brachte 2007 aber ein anderes Medium: Das iPhone.

    Kleine Statistik zur Digitalfotografie

    • 2013 wurden bereits die meisten Fotografien mit dem Smartphone aufgenommen
    • 2021 waren es bereits über 90 Prozent aller digitalen Fotos
    • 2020 wurden mehr als eine Billion Bilder von Amateuren und Profis geschossen
    • Täglich werden bei Instagram bis zu 90 Millionen Fotos und Illustrationen eingestellt
    • Täglich werden auf Facebook 350 Millionen Bilder hochgeladen

    1Auszüge aus Boaz Levin, Esther Ruelfs, Tulga Beyerle: „Mining Photography, Der Ökologischer Fussabdruck der Bildproduktion“; erschienen bei Spector Books, 2022, ISBN 978-3-95905-632-8 S. 107 ff

  • Papier, Zellulose, Gelatine und Celluloid

    Die ersten fotografischen Bilder entstanden auf diversen unterschiedlichen Metalloberflächen – und im Gegensatz zur Daguerreotypie, die ein Unikat war – suchten die Tüftler und Erfinder nach Wegen und Verfahren der Vervielfältigung.

    Es dauerte nicht lange bis das ideale Medium zur Herstellung unendlich vieler Positivabzüge gefunden wurde: Papier.

    „Old Wrinkled Paper Texture“ by ‚Playingwithbrushes‘ is licensed under CC BY 2.0.

    Papier besaß entscheidende Vorteile und Eigenschaften gegenüber den herkömmlichen Trägermedien: Papier war günstig, massentauglich und verfügte über entsprechende physikalische Eigenschaften für noch effizientere Herstellungsverfahren.
    Die Grundlage für das Fotopapier bildete bis weit ins 19. Jahrhundert Baumwoll- und Flachslumpen, importiert aus den gängigen Produktionsstätten rund um den Globus und vordergründig aus den Vereinigten Staaten mithilfe von Sklavenarbeit.
    Durch die Erfindungen von Maschinen zur industriellen Herstellung und Verarbeitung von Baumwolle wurde nicht nur der Baumwollanbau effizierter, sondern beschleunigte die massive und exzessive Bewirtschaftung von Landflächen durch Entwässerung von Feuchtgebieten, deren Ökosysteme eine wichtige Rolle als Kohlenstoffspeicher spielen – wodurch der Klimawandel und die Sklaverei stärker denn je vorangetrieben wurde.
    Die Baumwolle wurde nach Europa verschifft, zu Kleidung verarbeitet, getragen, anschließend von armen Lumpensammlern/Tagelöhnern an Papiermühlen verkauft, wo diese Lumpen mit giftigen Chlorverbindungen gebleicht zu einer Masse verarbeitet wurden.

    Die rasant wachsende Nachfrage nach Papier und der Mangel an Baumwolle führten zu einem Umdenken und Suche nach Alternativen. Das in Deutschland perfektionierte Holzschliffverfahren war die Lösung und die Antwort. Bei dem Verfahren wird das Holz unter anderem in Schwefelsäure gekocht und so in einzelne Zellulosefasern zerlegt.
    Die Papierherstellung trug jahrzehntelang zur massiven Wasserverschmutzung bei und setzte große Mengen von Schwefelsalzen und anderen Giftstoffen willkürlich ohne Kontrolle und Auflagen in die Umwelt frei.
    Dieses Holzschliffverfahren führte übrigens auch zur Entdeckung von Zellulosenitrat, dem ersten synthetischen Kunststoff, der zur Herstellung von Celluloidfilm für Fotografien und Filme verwendet wurde. (Somit zählt die Fotopapier-Industrie zum Wegbereiter und Erfinder von Plastik.)

    Die Fotopapier-Industrie nutzte außerdem Substanzen tierischen Ursprungs wie Albumin und Gelatine, die aus industrieller Tierhaltung und Schlachtung stammten. Ende des 19. Jahrhunderts soll ein einziger Papierproduzent in Dresden für die Albumin-Beschichtung sechs Millionen Eier pro Jahr verbraucht haben. Gelatine wurde für lichtempfindliche Beschichtungen sowohl bei Celluloid als auch bei Fotopapier verwendet.

    Für die Herstellung und Beschichtung von Fotopapier und Film verarbeitete Eastman Kodak bis 1999 jährlich über 30 Millionen Tonnen Rinderknochen.

  • Schutz geistigen Eigentums

    Schutz geistigen Eigentums für Marken, Patente, Gebrauchsmuster, Design, Gebäude und Kunstwerke

    Unter dem Begriff „geistiges Eigentum“ – international als „intellectual property (IP)“ bezeichnet – fallen Eigentumsrechte an Schöpfungen des menschlichen Intellekts (beispielsweise Erfindungen, Know-how, Software). Der Begriff „gewerbliche Schutzrechte“ bezeichnet die Gesamtheit der Rechte, die diese individuellen geistigen Leistungen schützen, wie das Patent- und Gebrauchsmusterrecht in Bezug auf Erfindungen oder das Urheberrecht in Bezug auf Werke der Wissenschaft, Literatur und Kunst (einschließlich Software).

    Die Rechte des geistigen Eigentums

    Nur der Urheber hat das ausschließliche Nutzungs- und Vervielfältigungsrecht: Dritte dürfen ohne deren Zustimmung keinen Gebrauch machen oder nachahmen.

    Die Qualität des Erzeugnisses ist garantiert und die Herkunft ist klar. Dies kann für ein Unternehmen von Vorteil sein, weil Kunden möglicherweise eher Produkte kaufen, die strengere Kontrollen durchlaufen haben.

    Nicht nur die direkte Nutzung der Eigentumsrechte ist lukrativ, sondern auch die Vergabe von Lizenzverträgen, mit denen andere Unternehmen für einen bestimmten Zeitraum die Nutzung des Eigentumsrechts erlauben. Urheberrechte und nicht eingetragene Geschmacksmuster sind automatisch geschützt und erfordern keine weiteren Formalitäten.

    Mit einem Patent oder einer Handelsmarke können gegebenenfalls Marktwertsteigerungen erzielt und dem Unternehmen die Suche nach Investoren oder anderen Finanzierungsmöglichkeiten erleichtert werden.

    Wir können keine Garantie für die Vollständigkeit, Genauigkeit oder Richtigkeit der hier enthaltenen Informationen und weiter unten zusammengestellten Liste übernehmen. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass die Art der Lizenzierung für verschiedene Länder, Branchen sowie kommerzielle oder redaktionelle Zwecke unterschiedlich sein kann. 

    Die aufgeführten Warenzeichen, Gebäude und Kunstwerke sind größtenteils in englischer Sprache gehalten, um einer internationalen Schreibweise und Verständlichkeit möglichst nahe zu kommen.

    Trademarks, Fahrzeuge

    Ampelmännchen (Ampelmann)

    Antony Gormley

    Art Installations

    Atomium

    Australian Aboriginal and Torres Strait Islander Guidelines

    Australian Aboriginal Flag

    Blood Swept Lands and Seas of Red

    Burberry Check

    Burning Man Festival

    Cadillac Ranch

    Camouflage

    Carousels by Carousel Works

    Cassandre

    Chicago Millennium Park

    Christ the Redeemer

    Christo and Jeanne-Claude

    Cloud Gate

    Crazy Horse Monument

    Figurines

    Grand Central Terminal

    Gwanghwamun Square

    Hector Guimard – Paris Metro Sign

    Hollywood Walk of Fame

    Holocaust Memorial (Berlin)

    Iwo Jima Memorial Statue

    Korean War Memorial

    Lygia Pape

    Memorial and Burial Sites

    Millennium Sculpture

    Mont Saint-Michel Jetty Bridge

    Neon Museum and Boneyard

    Royal Canadian Mint

    Rudolph

    Sam Houston Statue

    Seattle Olympic Sculpture Park

    Shoes on the Danube

    Sistine Chapel

    Smile on a Stick

    Smithsonian Institution

    Solomon R. Guggenheim Museum

    Spiral Jetty

    Spoonbridge Sculpture

    Statue of Liberty replica (Las Vegas)

    Stone Mountain Carving

    The British Museum

    The Little Mermaid (statue)

    The Merlion

    The Vietnam Women’s Memorial

    The Walt Disney Company

    The Weltzeituhr Berlin

    Trading Cards

    Umbrella Sky Project

    Unique Designs & Luxury Goods

    US Million Dollar Bill

    US National Arboretum

    Vietnam Memorial Wall

    Wall Street Bull

    Gebäude, Wahrzeichen und Orte

    Anzac Bridge (Australia)

    Architecture by Oscar Niemeyer

    Atomium

    Berlin Cathedral (Berliner Dom)

    Berlin Hauptbahnhof (Central Station)

    Biltmore Estate

    Bordeaux, France

    Boston Public Library

    Burj Al Arab

    Burning Man Festival

    Casa Milà (La Pedrera)

    Castles in Europe

    Cathedral of Our Lady of the Angels

    CCTV Headquarters

    Chicago Millennium Park

    Christ the Redeemer

    Christo and Jeanne-Claude

    City of Arts & Sciences

    Cloud Gate

    Cologne Cathedral

    Eiffel Tower by night with the light illumination

    Empire State Building

    Erasmus Bridge

    Graceland

    Grand Central Terminal

    Grauman’s (Mann’s) Chinese Theatre

    Haneda (Tokyo International Airport)

    Harewood House

    Hearst Castle

    Holocaust Memorial (Berlin)

    Japanese Shrines, Temples and Castles

    Japanese Train Systems

    Koury Corporation

    La Geode

    La Grande Arche de la Defence

    Las Vegas Hotels

    Levens Hall

    Lincoln Center and Institute

    Lyon’s Saint Exupery Airport

    Marina Bay Sands

    Melbourne Federation Square

    Metropol Parasol

    Mont Saint-Michel Jetty Bridge

    Moulin Rouge

    Munich Olympic Park

    Museo del Prado

    Museums & Ticketed Locations

    National Centre for the Performing Arts

    Nationale Nederlanden Building

    Notre Dame de Paris

    Olympic & Paralympic Games and Venues

    Pont de L’Ile de Re

    Pont de Normandie

    Port of Kobe

    Private Universities and Colleges

    Pro Sport Stadiums and Venues

    Provencher Bridge

    Quinta da Regaleira (The Fifth Estate)

    Radio City Music Hall

    Rockefeller Center

    Rockefeller Villa, The Bellagio Centre

    Rosslyn Chapel

    Seattle Space Needle

    Sheikh Zayed Grand Mosque

    Shinjuku Golden Gai

    Shinjuku Gyoen Park

    Shrine of Remembrance (Melbourne)

    Sistine Chapel

    Six Flags Amusement and Theme Parks

    Spelling Mansion (The Manor)

    St. Gereon’s Basilica

    St. Michael’s Church

    St. Peter’s Basilica

    St. Stephen’s Cathedral (Stephansdom)

    Sugarloaf Cable Car

    Swiss Railway Clock

    Sydney Opera House

    Taipei 101

    Teufelsberg

    The British Museum

    The Burj Khalifa

    The Court of Justice of the European Union

    The Experience Music Project

    The Guggenheim Museum

    The Hermitage (Winter Palace)

    The J. Paul Getty Center

    The Louise Weiss Building

    The Louvre and IM Pei’s Pyramid

    The Millau Viaduct

    The Museum of Modern Art (NYC)

    The Orpheum Theatre, Los Angeles

    The Reichstag

    The Residenz (Munich)

    The Ronda Bull Ring

    The Walt Disney Company

    The Walt Disney Concert Hall

    The Works of Frank Lloyd Wright

    The Works of Jean Desbois

    Tokyo Imperial Palace

    Torre Agbar / Agbar Tower

    Transamerica Pyramid

    University of Alabama

    University of California (Berkley, Los Angeles)

    University of North Carolina Old Well

    University of Otago

    US National Arboretum

    Vessel

    Vinoy Park Hotel

    Virginia House

    Vogtsbauernhof (Black Forest) Museum

    Wales Millennium Centre

    Wheaton College (Illinois)

    Willis (formerly Sears) Tower

    Yokohama City

    Kunstwerke

    Ampelmännchen (Ampelmann)

    Antony Gormley

    Art Installations

    Atomium

    Australian Aboriginal Flag

    Blood Swept Lands and Seas of Red

    Burberry Check

    Burning Man Festival

    Cadillac Ranch

    Camouflage

    Carousels by Carousel Works

    Cassandre

    Chicago Millennium Park

    Christ the Redeemer

    Christo and Jeanne-Claude

    Cloud Gate

    Crazy Horse Monument

    Figurines

    Grand Central Terminal

    Gwanghwamun Square

    Hector Guimard – Paris Metro Sign

    Hollywood Walk of Fame

    Holocaust Memorial (Berlin)

    Iwo Jima Memorial Statue

    Korean War Memorial

    Lygia Pape

    Memorial and Burial Sites

    Millennium Sculpture

    Mont Saint-Michel Jetty Bridge

    Neon Museum and Boneyard

    Royal Canadian Mint

    Rudolph

    Sam Houston Statue

    Seattle Olympic Sculpture Park

    Shoes on the Danube

    Sistine Chapel

    Smithsonian Institution

    Solomon R. Guggenheim Museum

    Spiral Jetty

    Spoonbridge Sculpture

    Statue of Liberty replica (Las Vegas)

    Stone Mountain Carving

    The British Museum

    The Little Mermaid (statue)

    The Merlion

    The Vietnam Women’s Memorial

    The Walt Disney Company

    The Weltzeituhr Berlin

    Trading Cards

    Umbrella Sky Project

    Unique Designs & Luxury Goods

    US Million Dollar Bill

    US National Arboretum

    Vietnam Memorial Wall

    Wall Street Bull

  • Die Fotografie und die industrielle Revolution

    Die Fotografie und die industrielle Revolution

    Die Fotografie ist und war immer ein Wegbegleiter der industriellen Revolution, Mitgestalter/Gläubiger des technischen Fortschritts und Profiteur von der daraus entstanden technischen und automatisierten Entwicklungen: 
    Die Fotografie ist gleichermaßen Kritiker und Nutzniesser.

    Fossilierte Sonnenstrahlen (Auszüge aus dem Katalog „Mining photography“*)

    Als Nicéphore Niépce 1827 das älteste erhaltene fotografische Bild herstellte, hatte er zuvor zusammen mit seinem älteren Bruder Claude 10 Jahre lang an der Erfindung des ersten Verbrennungsmotors der Welt gearbeitet. Niépce war Ingenieur und Erfinder und ganz verhaftet im damaligen Zeitgeist von der Denkweise und Glaube an die technische und industrielle Revolution.

    Dieser Motor der Brüder Niépce nutzte als Brennstoff eine Mischung aus Kohle und Harz und in der Weiterentwicklung durch „weißes Erdöl“ bzw. Petroleum ersetzt. Damit gelang es den Brüdern immerhin ein 900 Kilo schweres Boot stromaufwärts zu bewegen.

    Einen kommerzieller Erfolg des Motors blieb aus diversen Gründen aus: Konstruktionsfehler, ein Mangel an finanziellen Mitteln und Claudes früher Tod.

    Dafür trug Niépce durch die Erfindung der Fotografie zum Erfolg des fossilen Kapitalismus und der Folgen bei. Die wesentliche Innovation und Durchbruch bestand im Einsatz von fossilen Brennstoffen: Durch den Einsatz von Bitumen von Judäa aus der Gegend am Toten Meer war Niépce in der Lage ein Bild auf einer Zinnplatte zu fixieren. Die erste Fotografie wurde somit in einen fossilen Brennstoff geätzt und fixiert. Niépce stand mit seinem wissenschaftlichen und unternehmerischen Interessen an Motoren und Bildern nicht allein da.

    In England experimentiere zur selben Zeit William Henry Fox Talbot mit Motoren und meldete weitere Patente für Motoren an. Derselbe William Henry Fox Talbot, der für seine bahnbrechende Erfindung des Kalotypieverfahrens im Jahr 1840 bekannt wurde (auf Papier beruhendes Negativ / Positiv-Verfahren zur unbegrenzten Herstellung gedruckten Positiven). Diese Patente mit dem Titel „Fortschritte bei der Erzeugung oder Gewinnung von Bewegungskraft“ beinhalteten verschiedene Formen zur Erzeugung von Kraft durch Einsatz von sogenannter „Kohlensäure“ – in der heutigen Zeit sprechen wir von Kohlendioxid.

    Der Philosoph Patrick Maynard hat angemerkt, dass die Fotografie, wenn man sie im technologischen Kontext ihrer Entwicklung betrachtet, sehr deutlich als eine Art Motor begriffen werden könnte: ein „Motor der Visualisierung“, keine bloß passive Form objektiver Darstellung, sondern eine Maschine, die unsere Umwelt veränderte, genau wie die Dampfmaschine.* 

    Fossile Energien und Fotografie waren also von ihren Anfängen an eng verbunden, sie entwickelten sich in enger Nachbarschaft und Bezugnahme.

    Talbot selbst investierte in Silberminen, außerdem war er beteiligt an der Entwicklung von Druckprozessen, die Gelatine auf tierischer Basis einsetzten. Eben in dieser Zeit begann das fossile Kapital, die Natur zu verändern, indem es der Atmosphäre immer mehr Kohlendioxid zuführte.

    In der Konsequenz ist die fotografische Industrie mitverantwortlich an dem Raubbau der Natur.  

    Mehr Details zur Grundlage des fotografischen Bildes: Edelmetall Silber

    Abbildung: © “Silver Mining Boom Town, 1879” by Thiophene_Guy is licensed under CC BY-NC-SA 2.0

    *Boaz Levin, Esther Ruelfs, Tulga Beyerle: „Mining Photography, Der Ökologischer Fussabdruck der Bildproduktion“; erschienen bei Spector Books, 2022, ISBN 978-3-95905-632-8